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Historisches

Kirchenpatron St. Fridolin

Holzstatue des Kirchnpatrons St. Fridolin
 

Der Alemannenmissionar Fridolin war Gründer des ältes­ten süddeutschen Klosters Sackingen am Oberrhein. Er stammte wahrscheinlich wie viele andere frühe Glaubens­boten aus Irland. Meist nahmen diese Mönche ihren Weg über Frankreich und erreichten erst nach langer Wander­schaft das ihnen von Gott bestimmte Ziel. Man denke an den Gründer der Reichsabtei Bobbio, den hl. Kolumban. Fridolin soll seine missionarische Ausbildung in dem von Kolumban gegründeten Kloster Luxeuil erhal­ten haben. Jedenfalls hat er die Taufe des Frankenkönigs Chlodwig am Weihnachtstag des Jahres 496 nach der Schlacht von Zülpich miterlebt, die ihm die Gewissheit für den Sieg des Christentums unter den germanischen Völkern gab. Sein geistlicher Kampf galt zunächst dem in Gallien stark verbreiteten Arianismus. Bei seinen Be­strebungen, diese Irrlehre zunichte zu machen, wandte er die gleiche Methode der öffentlichen Disputation an, die der hl. Hilarius von Portiers so ausgezeichnet be­herrscht hatte. Hilarius kann als Vorbild und Lehrer Fridolins gelten, was die vielen Hilariuskirchen beweisen, die er auf seiner Wanderschaft den Rhein entlang und später in der Schweiz gründete. Der Kanton Glarus weist auf seinen Namen hin. Fridolin soll selbst nach Portiers gepilgert sein, um am Grabe seines verehrten Lehrers zu beten. Als er die dortige Kirche in Trümmern fand, setzte er sich sogleich bei allem Volk für den Wiederaufbau des Heiligtums ein, ja er erhielt erhebliche materielle Hilfs­mittel für sein frommes Werk von König Chlodwig, der in Portiers ein christliches Bollwerk gegen das angren­zende Reich der arianischen Westgoten erblickte. Beim Aufbau der Hilariuskirche fand man nach den genauen Angaben des irischen Wandermönches, die ihm ein nächtliches Gesicht eingegeben hatte, tatsächlich den Sarg des hl. Hilarius, dessen Gebeine erhoben und er­neutfeierlich beigesetz t wurden. Fridolin nahm mehrere Partikel der kostbaren Reliquien an sich und stiftete sie den von ihm errichteten Hilariuskirchen.

 

Der Traum vom Hilariusgrab war nicht das einzige Ge­sicht, mit dem Gott seinen eifrigen Diener erhellend be­schenkte. Auch sein eigentliches Reiseziel zeigte Gott ihm im Traum. Es war jene kleine im Osten liegende Rheininsel, auf der später das von ihm gegründete Klos­ter stehen sollte. So geschah es, dass Fridolin über Trier die Mosel entlang zog und zum Rhein kam. Über Strassburg bis in die Schweiz lassen sich seine Spuren verfol­gen. Vom Bodensee kam er endlich zum Oberrhein und dort entdeckte er tatsächlich nach vielen Umwegen die im Traume gesehene Insel, das heutige Säckingen. Der Argwohn der ihm feindlich gesinnten Anwohner des Landes machte dem Heiligen anfänglich grosse Schwierig­keiten. Das kleine Fleckchen Erde wurde ihm missgönnt und sein frommer Bau erbittert bekämpft. Auch jetzt wieder halfen ihm seine Beziehungen zum Frankenkönig, der ihm auf seine Bitten hin das Land offiziell für das Kloster übermachte. Mit der Schenkungsurkunde des Königs in Händen, besiegte er endlich den Widerstand der Bevölkerung. Ja, sein freundliches und hilfreiches Wesen soll Fridolin sogar Freunde verschafft und sein pädagogisches Talent Hilfskräfte herbeigerufen haben. Unter Fridolins Leitung entstand ein Doppelkloster, das zu einer Bildungsstätte christlich-humanitären Verhaltens wurde. Die Mönche rodeten zudem das umliegende Land und pflanzten in dieser Gegend die ersten Obstbäume. Die Verkündigung des Glaubens in den umliegenden alemannischen Gebieten betrachtete Fridolin bis zu sei­nem Lebensende als seine wichtigste Aufgabe. Er starb um 538. Der Heilige gilt als Patron der Schneider, er wird bei Arm- und Beinleiden, bei Wassergefahr und Viehseuchen angerufen.

 

Man wird sich fragen, wieso St. Fridolin zum Patron der Holderbanker Pfarrkirche erhoben wurde. Dass Fridolin persönlich unsere engere Heimat missioniert hat, ist wenig wahrscheinlich, doch dürfte von Säckingen aus schon ein gewisser Einfluss bestanden haben. So berichtet die Chronik unter anderem: "1449 St.Elisabethentag: Agnes, Aebtissin zu Säckingen und Gräfin von Sulz (Fricktal) bestätigt, dass durch Klara-Anna von Hohenklingen sei. weiland Aebtissin von Säckingen, die Leihung der Kirche zu Holderbank ans Kapitel Buchsgau gelangt sei und dass dieses das Recht habe, die Kirche Holderbank zu besetzen, zu verleihen und zu versorgen".

 

Bei der erwähnten Kirche handelt es sich um eine Ka­pelle am Dorfplatz, von der im nachfolgenden Kapitel berichtet wird. Es ist nun naheliegend, dass durch den Einfluss des Klosters Säckingen, dessen Gründer Frido­lin war, dieser schon bei der alten Kapelle am Dorf­platz zum Patron erhoben und beim Bau des jetzigen Gotteshauses als solcher übernommen wurde. Das Patronatsfest wird alljährlich am 6. März durch einen feier­lichen Gottesdienst begangen. War dieser in den ver­gangenen sechziger und siebziger Jahren nur noch spär­lich besucht, so erfuhr er in den achtziger Jahren eine zunehmende Beteiligung der Gläubigen. Besonders er­freulich war der Fridolinstag im Jubiläumsjahr 1984, wo besonders viele Gläubige den Weg zur Kirche fanden. Die markante Festpredigt von Pfarrer Josef Widmer (Kestenholz), Dekan des Kapitels Buchsgau, sowie Darbie­tungen des Kirchenchores und der Schuljugend, hinterliessen einen nachhaltigen Eindruck. - Lebensgrosse Holzstatuen des Kirchenpatrons sowie seines Vorbildes und Lehrers, des hl. Bischofs Hilarius, flankieren den Hochaltar der nun jubilierenden Pfarrkirche.

 

 

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